Organspende

„Eine Organspende kann Leben retten. Überlegen Sie sich bitte, ob für Sie deshalb eine Organspende in Frage kommt. Halten Sie Ihre Entscheidung in einem Organspendeausweis fest.”
Schirmherrin Dr. Angela Merkel

Fürs Leben

Maja
Wenn ein Medikament als Lebensmittel gilt Simone Mommsen Maja braucht ein bestimmtes Medikament. Weil Maja es in Kapselform nehmen muss, lehnt die Kasse die Zahlung ab. Es sei ein Lebensmittel. . weiterlesen... SHZ.de

Wenn Ammoniak den Körper vergiftet

  • Der OTC-Mangel
  • Erbkrankheit
  • Welche Symptome können auftreten?
  • Wie wird der OTC-Mangel festgestellt?
  • Welche Behandlung ist notwendig?

Mit der täglichen Nahrung nehmen wir nicht nur Vitamine und Spurenelemente zu uns, sondern auch wichtige Proteine. Durch den Stoffwechsel werden die Proteine in ihre Grundbausteine, die Aminosäuren, zerlegt. Diese gelangen über den Darm, zur Pfortader in die Leber. In der Leber wird dann aus den Aminosäuren, körpereigenes Eiweiß aufgebaut, das dann den Zellen über die Blutbahn zur Energiegewinnung, zum Aufbau der Muskulatur, Hormone, oder auch zur Regeneration nach körperlicher und geistiger Belastung, zur Verfügung gestellt wird.

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Beim Abbau und der Umwandlung von Proteinen entsteht hochtoxisches (giftiges) Ammoniak  (NH3) . Es wird in allen Organen gebildet .  Ammoniak wird im Harnstoffzyklus, der in der Leber stattfindet, entgiftet und zu Harnstoff umgewandelt und über die Nieren als Urin ausgeschieden.

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Beim OTC-Mangel liegt ein Defekt im Harnstoffzyklus vor. Es fehlen Enzyme oder die Enzyme, die beim Abbau beteildigt sind funktionieren nicht richtig. Das Ammoniak kann nicht vollständig aus dem Körper transportiert werden. Dadurch entsteht ein krankhaft erhöhter Ammoniakgehalt im Blut (Hyperammonämie), der irreparable Schäden am Gehirn, Organen, Behinderungen und auch den Tod zur Folge haben kann.

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Bei rechtzeitiger Erkennung und Behandlung kann die Erkrankung auch gutartig verlaufen. Bei Erkennung des OTC-Mangels, ist eine lebenslange diätische und medikamentöse Behandlung erforderlich.

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Die kleinsten banalen Infekte, die Fieber oder einen Magen-Darm-Virus hervorrufen, müssen medizinisch in einer Stoffwechselambulanz beobachtet werden, damit einer Stoffwechselentgleisung vorgesorgt werden kann.

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Erbkrankheit, die X-chromosomal rezessiv vererbt wird.

Urheber Grafik: Armin Kübelbeck

Mädchen/Frauen sind nur betroffen, wenn beide X-Chromosomen geschädigt sind, ansonsten sind sie nur Überträgerinnen (Konduktorinnen), d.h. sie können das veränderte X-Chromosom an ihre Kinder weitervererben, bilden selbst aber keinen entsprechenden Phänotyp aus. Mädchen/Frauen können vielfach die Veränderung auf einem X-Chromosom durch ihr zweites X-Chromosom ausgleichen, wenn es nicht verändert ist. Jungen/Männer sind dann betroffen, wenn sie das eine veränderte X-Chromosom von der phänotypisch gesunden Mutter, oder eines von beiden veränderten X-Chromosomen einer phänotypisch erkrankten Mutter vererbt bekommen, da Jungen/Männer ja ein X-Chromosom auf jeden Fall von der Mutter bekommen und auch nur dieses eine besitzen. Phänotypisch sind Jungen/Männer also häufiger betroffen, da Mädchen/Frauen den Defekt durch das andere X-Chromosom ausgleichen.


Symptome der Erkrankung

Die Mehrzahl der Patienten sind nicht von einem klassischen Verlauf mit Beginn im Neugeborenenalter betroffen. Die Erkrankung kann sich zu jedem Lebenszeitpunkt präsentieren.

Die ersten Auffälligkeiten zeigen sich besonders bei betroffenen Jungen meist aber schon in den ersten Lebenstagen. Sie werden durch eine Vermehrung von Ammoniak im Körper (Hyperammonämie) verursacht.

Akute  Sypmtome sind:

  • Verlangsamung der Reaktionen
  • Bewusstseinsverlust
  • Krampfanfälle
  • Erbrechen und Appetitstörung
  • Muskelschlaffheit
  • Lebervergrößerung
  • Psychatrische  Symptome (Halluzinationen, Persönlichkeitsveränderungen)
  • Bei Neugeborenen: sepsisähnliches Bild, Temperaturinstabilität,
    Atemnotsyndrom, Hyperventilation
  • Enzephalopathie
  • Koma und im schlimmsten Fall tritt der Tod ein.
  • selten:
  • Ataxie
  • „Stroke-like“-Episoden
  • Transiente Sehstörung
  • Leberversagen
  • Multiorganversagen
  • Postpartale Psychose

Chronische Präsentation:

  • Verwirrtheit
  • Lethargie
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Zittern
  • Ataxie
  • Dysarthrie
  • Lernschwierigkeiten
  • Entwicklungsverzögerung
  • Selbstgewählte Eiweißvermeidung
  • Bauchschmerzen
  • Erbrechen
  • Gedeihstörung
  • Hepatomegalie, erhöhte Transaminasen
  • Psychiatrische Symptome (Hyperaktivität, Stimmungsschwankungen, Persönlichkeitsveränderungen, Aggressivität)
  • Fragiles Haar
  • Episodischer Charakter der Beschwerden
  • selten:
  • Asterixis (Erwachsene)
  • Hyperaktives oder selbstverletzendes Verhalten
  • Chorea
  • Zerebralparese
  • Bleibende Sehstörung
  • Progressive spastische Diplegie oder Quadriplegie (bei Arginasemangel und HHH-Syndrom)
  • Autismusähnliche Symptome
  • Dermatitis
  • Spezifische neuropsychologische Symptome beiOTC-Patientinnen

Die Erscheinungsbilder bei den übertragenden (heterozygoten) Mädchen und Frauen sind sehr unterschiedlich und reichen von schweren Krisen mit Ammoniakvermehrungen bis zur normalen Verträglichkeit von Eiweiß ohne Krankheitserscheinungen.

Wie wird die Krankheit festgestellt?

Der wichtigste Hinweis auf das Vorliegen eines OTC-Mangels sind die extremen Ammoniakvermehrungen im Blut, sowie die Ausscheidung großer Mengen der so genannten Orotsäure (Orotat) mit dem Urin. Weitere Auffälligkeiten sieht man bei den Eiweißbausteinen (Aminosäuren) im Blut: niedrige Konzentrationen von Citrullin und Arginin (in der Regel auch von auch von Harnstoff) sowie Vermehrungen von Glutamin, Glutamat, Asparagin und Alanin. Die endgültige Klarheit bringt ein Gentest.

Langzeitbehandlung

Die Therapie des OTC-Mangels besteht aus einer Kombination von medikamentöser und diätetischer Behandlung. Beide müssen ein Leben lang strikt eingehalten werden, um langfristig die Ammoniak- und Glutaminkonzentrationen im Blut möglichst im Normbereich zu halten.

Diätische Behandlung


Die diätische Behandlung spielt eine große Rolle. Alle Lebensmittel müssen genau abgewogen und berechnet  werden. Die Höhe der Proteinmenge, die man beim OTC-Mangel zu sich nehmen darf, wird anhand der Körpergröße und des Gewichts von den Stoffwechselärzten und/oder den Diätassistenten genau berechnet.  Die Proteinmenge wird auf ein Minimum reduziert, das heisst für die Betroffenen, ein Verzicht auf eiweissreiche Produkte, wie Fleisch, Wurst, Hülsenfrüchte, Milch und Milchprodukte (Käse, Quark, Joghurt…) Damit der Körper dennoch alle lebensnotwendigen Eiweissbausteine bekommt, wird zusätzlich eine Aminosäurenmischung verabreicht.

Medikamentöse Behandlung


Die medikamentöse Behandlung erfolgt mit Ammonaps, Citrullin und Natriumbenzoat und hilft dem Körper dabei, das giftige Amoniak aus dem Körper zu transportieren. Ohne diese Medikamente würde der Körper langsam vergiften und in eine lebensbedrohliche Situation kommen.

Notfalltherapie

Bangen um Joy
Joy - das heißt Freude. Mama Mara und Papa Manfred haben bewusst diesen Namen für ihr erstgeborenes Kind ausgewählt. Ein Name, der so recht zu der munteren, aufgeweckten Kleinen zu passen schien. Bis im siebten Lebensjahr der heute Zehnjährigen wo der OTC-Mangel alles änderte - für Joy und ihre Eltern. MZ-Jugendreporterin Kim Keller erzählt ihre dramatische Geschichte. . . weiterlesen...
29. Februar
Tag der seltenen Erkrankungen
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